Reisebericht über die Malediven
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Am 08.März 2001 machten sich zehn kleine Taucherlein des TFS auf, die Malediven für eine Woche unsicher zu machen. Wir waren bestens gerüstet, alle wichtigen Utensilien wie Tauchgerödel, genügend Tüten Haribo und natürlich das Neuste von Harry Potter, hatten wir im Gepäck.
Die Stimmung war schon auf dem Flughafen bestens, denn Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude.
Als wir nach ca. 10 Stunden Flug müde aber glücklich auf Male ankamen fühlten wir uns erst einmal von der Hitze wie erschlagen. Ungeduldig warteten wir auf das Boot, welches wir für eine Woche in Beschlag nehmen wollten. Wir wurden mit einem Dhoni abgeholt und zur M/Y Faiymini gebracht.
Die
Faiymini ist ein kleines, schönes und für 10 Urlauber durchaus ausreichendes
Boot. Da unsere Kabinen bereits von kriechenden und fliegenden Bewohnern besetzt
waren, zogen einige es vor, auf Deck zu schlafen, was meiner Meinung nach ja überhaupt
das Beste in diesen Breitengraden ist. Die Besatzung des Schiffes war freundlich
und das Essen, wie sich herausstellte ausreichend und gut. Es gab viel frisch
gefangenen Fisch, der gerne gegessen wurde.
Natürlich waren wir in erster
Linie gekommen, um zu tauchen. Die Vorbereitung zum ersten Tauchgang fand noch
unter großem Hallo statt, denn die meisten von uns waren schon einmal vor zirka
vier Jahren auf den Malediven und hatten noch in lebhafter Erinnerung, was wir
nun zu sehen hofften. Schon beim Abtauchen kam die Ernüchterung. Wo waren die
Farben, die Vielfalt der kleinen Fische, wo die Anemonen mit ihren kleinen
Bewohnern den lustigen Clownfischen, wo war das von uns erwartete Paradies
geblieben?
Vor
uns breitete sich ein Korallenfriedhof aus. Selbst die großen, sonst überall
zu findenden Mördermuscheln, konnten keinen Halt mehr im Riff finden und lagen
auf dem Meeresboden. Wir kamen tiefer und begegneten vielen Großfischen, die
uns erst einmal das vorher Gesehene vergessen ließen.
Nach dem Auftauchen, an Bord des Dhonis, machten wir unserer Enttäuschung Luft. Natürlich hatte jeder von uns von der Korallenbleiche, dem Krallensterben, El Ninjo und Untergang der Malediven schon gehört, aber vorstellen konnte (oder vielleicht wollte!) sich keiner, dass es so schlimm sein würde.
Wir haben natürlich unsere täglichen Tauchgänge gemacht und auch viel Schönes gesehen, wie z. B. etliche Haie, Adlerrochen, Blau- und Schwarzpunktrochen, Napoleons, Schildkröten und vieles mehr, aber wir mussten bei jedem Tauchgang ziemliche Tiefen aufsuchen um etwas zu sehen.
Dass unsere Tauchfahrt trotz allem
ein schönes Erlebnis wurde, lag nur daran, dass wir uns in der Gruppe alle sehr
wohl gefühlt haben.
Es
wurde viel gelacht und der Zusammenhalt der Gruppe hat jedem gut getan. Natürlich
wurde auch viel über des Schicksal der Malediven gefachsimpelt und immer wieder
die Hoffnung geäußert, dass sich das Meer wieder erholen würde. Ich selbst
habe da so meine Zweifel und bekomme ein beklemmendes Gefühl wenn ich an die
Zukunft denke.
Bevor ich begonnen habe, diesen Bericht zu schreiben, habe ich lange nachgedacht, was ich schreiben soll. Vielleicht eher eine lustige Geschichte über unser Ausfahrt, auch das wäre möglich gewesen, denn bei einem solchen Urlaub geschehen immer wieder lustige Begebenheiten, an die man sich gerne erinnert. Ein solcher Bericht hätte sich sicher leichter gelesen, wäre aber auch sehr schnell vergessen gewesen.
Ich hoffe, dass die traurige Wahrheit über diese ehemalige Paradies zum Nachdenken anregt, ob nicht jeder von uns etwas in seinem eigenen Umfeld tun kann und nicht immer nur die Ausrede gebraucht „Das Bisschen was ich tun kann nutzt nichts" oder „Andere tun doch auch nichts". Denn jeder einzelne, du und ich, sind ein Stück verantwortlich für das, was auf der Welt geschieht.
Dass das Tauchen trotzdem ein schöner Sport und die Gemeinschaft mit Gleichgesinnten eine große Bereicherung ist, bleibt eine Tatsache. Wir müssen vielleicht nur lernen, uns auch an dem einen kleinen Hecht, der uns während eines Tauchgangs in den hiesigen Gewässern begegnet, zu erfreuen.
Ich wünsche Euch immer eine volle Flasche (Pressluft!)
und grüße Euch
Marita
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