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Die Clubheime
Das Leben einer Taucherin oder eines Tauchers spielt sich nicht nur im Hallenbad oder im Freigewässer ab. Man braucht auch noch ein Fleckchen, an dem man seine Tauchflasche wieder mit Luft und seinen Körper mit Flüssigkeit füllt. Seit dem Beginn meiner Mitgliedschaft in der TFS im Jahre 1980 habe ich einige dieser Orte kennen gelernt.
Das erstes Clubheim, in dem ich auch nach kurzer Zeit die Rolle des Clubwarts übernehmen durfte, befand sich in der Frankfurter Straße. Hier war ein Raum inmitten einer Garagenanlage geschaffen worden, der neben der Theke und ein paar Sitzgelegenheiten dekorative Gegenstände enthielt. Dieser Ort hatte eine ganz besondere Atmosphäre, der sich keiner entziehen konnte - die meisten Besucher blieben nämlich nach dem abendlichen Training bis in die frühen Morgenstunden. (Und das bei nicht vorhandenen Toiletten!) Anschließend sorgte eine Putzkolonne (Mäuse) dafür, dass am nächsten Tag kein Krümel mehr auf dem Boden lag.
Der Kompressorraum und das Materiallager befanden sich in dieser Zeit im ehemaligen Hochbunker auf dem Siegberg. Auch dieser Ort konnte eine ganz besondere Atmosphäre aufweisen. Er war nämlich seit dem Krieg nicht renoviert, aber mit Bergen von altem Krempel zugestellt worden. Man erreichte sein Ziel nur durch Tasten entlang dunkler Flure und endloser Treppen. Saß man dann endlich neben dem lärmenden Kompressor, genoss man das Gefühl, dass einen an diesem lauschigen Plätzchen in den nächsten hundert Jahren niemand finden würde.
Allerdings holte uns die Zeit schneller ein, als uns lieb war. Die Stadt Siegen teilte uns 1983 mit, dass der Bunker renoviert werden sollte. Also mussten wir unseren Kompressorraum verlagern.
Nach Verhandlungen mit der Stadt ergab sich als Alternative der Bunker am Wellersberg in unmittelbarer Nähe des Kinderkrankenhauses. Wir beschlossen, dort alles an einem Platz zu etablieren - Clubheim und Kompressor. Dafür waren aber umfangreiche Arbeiten wie das Einziehen von Zwischenwänden und die Installation einer Elektroverteilung erforderlich. Mit viel Enthusiasmus und einer Menge Zeit und Arbeit wurde auch dies geschafft, und wir konnten mit Schnaps- und Tauchflaschen in unser neues Domizil umziehen.
Nur noch ein paar Schrauben waren einzudrehen. Als Burckhard Roseneck dies im März 1984 kurz nach dem Umzug tat, wurde er von einigen "Offiziellen" überrascht. Diese erzählten ihm freudestrahlend, dass der Bunker verkauft worden sei und dort Wohnungen gebaut werden sollten. Deshalb müssten wir leider ausziehen.
Die Nachricht traf uns wie ein Schock! Sollte alles umsonst gewesen sein? Nein, nicht ganz. Als Ausweichmöglichkeit bot die Stadt Siegen Räume im Bunker "Sieghütter Garten" an, der bereits renoviert worden war. Zwar mussten wir Ende 1985 nun noch mal umziehen und feststellen, dass Stahlbeton aus der Kriegszeit alle Bohrer dieser Welt zum Stumpfsinn treibt. Aber immerhin fanden wir Räume vor, die unseren Zwecken entsprachen und allen Belastungen standhielten. Weder Kompressorlärm, noch Hammerschläge, noch Karnevalsfeiern konnten die Standfestigkeit des Gebäudes erschüttern.
Es hat bis heute gehalten und bietet uns Platz für Werkstatt, Büro, Theke und Kompressor.
Peter Vogelsang
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