Reanimation 2006

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Aktuelle Richtlinien zur Herz-Lungen-Wiederbelebung

Hier die aktuellen Empfehlungen im Vorgehen:

  1. Beim Auffinden einer leblosen Person wird zunächst das Bewusstsein durch lautes Ansprechen und leichtes Rütteln an den Schultern kontrolliert.
  2. Reagiert die nicht, ruft der Helfer um Hilfe.
  3. Es folgt die Atemkontrolle unter Überstrecken des Nackens durch Hören, Fühlen und Sehen. Diese sollte nicht länger als zehn Sekunden dauern. Eine Pulskontrolle soll nur durch medizinisches Fachpersonal erfolgen.
  4. Bei Feststellen von Bewusstlosigkeit und Atemstillstand wird gleich mit der Herzdruckmassage begonnen.
  5. Es erfolgen immer 30 Herzdruckmassagen in einer Frequenz 100 pro Minute im Wechsel mit 2 Beatmungen.
  6. Der Druckpunkt wird einfach durch die Mitte des Brustkorbs definiert.
  7. Die eingeblasene Luftmenge bei der Beatmung soll ein deutlich sichtbares Heben des Brustkorbs bewirken.

Vorgehen bei Tauchunfällen und bei Kleinkindern:

Oben genannte Regeln gelten bei Erwachsenen (und allen Personen ab 8 Jahren).

Das Vorgehen bei Kleinkindern und bei Tauchunfällen ist abweichend. Hier ist der Kreislaufstillstand fast immer durch ein Atemproblem bedingt und man sollte erst 5 Mal beatmen.

Im Zweifelsfall sind jedoch auch hier die für Erwachsene empfohlenen Maßnahmen praktikabel.

Erläuterungen:

Man hat Ärzte und Rettungsassistenten an pulslosen Patienten (bei OPs mit der Herzlungenmaschine fließt das Blut ohne pulsieren) den Puls an der Halsschlagader  tasten lassen. In einer großen Zahl wurde Puls angegeben, obwohl keiner da war. Als Konsequenz wären diese Menschen in einer echten Notfallsituation nicht behandelt worden.

Begonnen wird mit der Herzdruckmassage und nicht mit der Beatmung, da im Blut noch Sauerstoff vorhanden ist und der Kreislauf erst mal in Gang kommen soll. Ein brauchbarer Blutstrom ist erst nach einer längeren  Folge von Herzdruckmassagen vorhanden und soll nicht schon nach 15 Mal unterbrochen werden. Eine durchgeführte Herzdruckmassage trotz schlagenden Herzens führt auf der anderen Seite nicht zu Schäden.

Die neue Definition des Druckpunktes ist einfacher und vollständig ausreichend.

Wenn der Brustkorb sich deutlich hebt, ist die eingeblasene Luftmenge ausreichend.

Ausführliche Zusatzinfos:

Weitere Erläuterungen (für Fachpersonal) finden sich im deutschen Ärzteblatt 103, Ausgabe 34-35 vom 28.08.2006, Seite A-2263 / B-1963 / C-1895

Internet unter http://www.aerzteblatt.de

Titel:

Bekanntmachungen: Reanimation 2006 – Empfehlungen der Bundesärztekammer nach den Leitlinien des European Resuscitation Council

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